Ein Rausch unerschöpflicher Fantasie

24.3.2017

“Concerti e piú”: Zum achten Mal zündeten “VallesantaCorde” in der ehemaligen Synagoge ihr musikalisches Feuerwerk

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Pressestimmen Herbsttour 2015

23.11.2015
Süddeutsche Zeitung am 23.11.2015

Wie ein warmer Abend am Meer

Die Band Vallesanta Corde begeistert vor kleinem Publikum im Glashaus Grafing mit Balkangrooves, Volkstänzen und Tangomelodien

Die mediterrane Stimmung trotz Weihnachstbeleuchtung zaubern Andreas Petermann (v. l.), Andi Bühler, Renate Titze und Hagen Hofmann mit ihren Stücken. (Foto: Christian Endt)

Scheinwerfer tauchen die Kakteen und den terrakottafarbenen Boden in ein Licht, so rot wie die untergehende Abendsonne über der Balkansteppe. Auch über Renate Titzes Gesicht legt sich der rote Schein, während sie am Kontrabass sachte die Saiten zupft. Zu den dumpfen Hüpfern, die sie dem Instrument entlockt, gesellen sich afrikanisch klingende Geigen-Melodien und lebendige Tonskalen osteuropäischer Musik auf der Gitarre. Gemeinsam mit den leichten Schlägen auf den Bongos entwickelt sich ein Klanggeflecht, das die Fantasie anregt und Bilder marokkanischer Lehmhäuser und weiter Steppen herbeizaubert.

Mit den südlichen Klängen der Gruppe Vallesanta Corde fühlt sich der Abend im Glashaus Grafing an, als verbringe man einen warmen Abend am Mittelmeer oder am Fuße des Balkangebirges. Auch das mediterrane Ambiente des Lokals verstärkt das Gefühl eines Kurzurlaubs im Süden. Selbst der Regen, der beständig auf das Dach des Glashauses plätschert, tut diesem Empfinden keinen Abbruch.

Welche Musikrichtung die vier Musiker von Vallesanta Corde machen, lässt sich nicht einfach beschreiben. Mit dem Oberbegriff “Weltmusik” behelfen sie sich bislang, sind aber damit nicht wirklich zufrieden. “Vielleicht müssen wir den Namen selbst noch kreieren”, sagt Violinist Andreas Petermann und lacht. Schwierig, wenn man so viele verschiedene Musikrichtungen im Repertoire hat: Tänze aus Irland und Griechenland, osteuropäische Folklore, Festtagsmusik aus Israel, argentinische Tangos. Häufig verbinden sich in den Liedern Melodien verschiedener Herkunft; manchmal sanft, manchmal fetzig, meist beides abwechselnd.

Die Musiker haben ein Talent dafür, mit ihren Stücken Bilder ferner Länder und Kulturen heraufzubeschwören. So erweckt das rhythmische Zwischenspiel der Percussion beim irischen Volkslied “Toss the feathers” die Vorstellung eines Tänzers zum Leben, um den sich – sobald die hüpfenden Violinakkorde hinzukommen – eine Dame wirbelnd im Takt wiegt. Beim Tanz “Viaggio Zigano” hingegen scheinen sich mehrere Frauen in bunten Gewändern um ein prasselndes Feuer zu drehen und die Röcke dabei schwingen zu lassen.

Erstaunlich ist auch die Ausdrucksstärke der vier Bandmitglieder. Sie scheinen durch ihre Haltung auch den Charakter ihrer Instrumente zu verkörpern: Während Hagen Hofmann die Augen geschlossen hält, wenn er sehnsuchtsvolle argentinische Tangomelodien auf der Gitarre zupft, scheint Andi Bühlers gesamter Körper am Schlagzeug unter Spannung zu stehen. So kraftvoll schlägt er mit Füßen und Händen gleichzeitig die verschiedenen Drums, Bongos und Becken, dass es einem allein beim Zusehen warm wird. Ganz anders Renate Titze am Kontrabass. Wenn sie mit abgeklärter Miene die Saiten ihres tief tönenden Instruments zupft, schwingt sie nur leicht im Takt mit. Lediglich, wenn die Melodie der Violine nach einem langsamen Part flotter wird, schaut sie zu Andreas Petermann hinüber und lächelt. Als freue sie sich darauf, wie er zur schnellen Musik mitwippt, die Violine zur Seite schwenkt und – wenn es besonders rasant wird – auch mal in die Knie geht.

“Wir spielen, weil wir Spaß daran haben”, erklärt Petermann. “Nicht, weil wir es müssen.” Denn eigentlich betreiben die deutschen Musiker in der Toskana die Musikschule “terra musica”, in der sie mit Workshops den Spaß am Musizieren weitergeben möchten. Nur zwei Mal im Jahr gehen sie für kurze Zeit auf Tour. Diesmal hat sie der Zufall nach Grafing gebracht: Ein Konzert in Nürnberg wurde abgesagt und ein Grafinger Bekannter organisierte kurzfristig das Glashaus als Spielstätte. Für das Publikum war es ein Glücksfall.

 

Das ganze Konzert war geprägt vom typischen VallesantaCorde-Sound: melancholische Zigeunermelodien, tragischer bis bewschwingter Klezmer sowie federleichter Swing.

Augsburger Allgemeine, April 2014

Pressestimmen von der Jubiläumstour

10.4.2014
NWZ Online am 10.04.2014

Große Spielfreude wirkt ansteckend

„Vallesanta Corde“ begeistern im Central-Theater 160 Zuhörer

 Hier sind Vollblut-Musiker am Werk. Die Mitglieder von „Vallesanta Corde“ beherrschen ihre Instrumente perfekt und verstehen sich auch auf mehrstimmigen Gesang.  Bild: Claus Hock

Hier sind Vollblut-Musiker am Werk. Die Mitglieder von „Vallesanta Corde“ beherrschen ihre Instrumente perfekt und verstehen sich auch auf mehrstimmigen Gesang.
Bild: Claus Hock

Brake Wenn sich während des Auftritts die Befestigungen der Instrumente lösen, dann gibt es in der Regel eine kurze Spielpause, bis alles wieder sitzt. Nicht so am Wochenende im Central-Theater: Als eine Trommel des Schlagzeugs plötzlich schräg und unbespielbar in der Halterung hängt, lässt sich Andreas Bühler nicht beirren. Kurzerhand wird das Schlagzeug-Solo etwas variiert und die Trommel wieder vernünftig befestigt. Profis lassen sich halt durch nichts aus der Ruhe bringen.

Und Profis, das sind Bühler sowie Hagen Hofmann (Gitarre), Andreas Petermann (Geige) und Renate Titze (Kontrabass) von „Vallesanta Corde“ von der Zehenspitze bis zum Scheitel. Schon 2013 begeisterte das Quartett die Zuschauer im Central, und auch diesmal standen die Vollblut-Musiker den Erwartungen in nichts nach. Musikalisch präsentierte die Gruppe einen Querschnitt durch ihre bisherige Karriere. Auch Stücke von der neuen CD, die bald produziert wird, konnte das Publikum genießen.

Während „Vallesanta Corde“ bei Liedern wie „Go Crystal Tears“ – einer Ballade von John Dowland – bewies, dass sie sich auch auf zwei- bis vierstimmigen Gesang verstehen, brillierte die Gruppe bei jedem Lied durch die Beherrschung der Instrumente. Das Zusammenspiel war perfekt und die Spielfreude in jeder Note spürbar, auch schwierige Passagen wirkten federleicht.

Seit mehr als zehn Jahren machen Titze und Petermann zusammen Musik. Während Titze zu Anfang noch Gitarre spielte, wechselte sie nach dem ersten „Glücksfall“, Hagen Hofmann, an den Kontrabass. „Und dann kam der zweite Glücksfall zu uns: Andreas Bühler“. Seitdem spielt das Quartett in seiner jetzigen Besetzung und hat das Repertoire kräftig ausgebaut.

Neben den Klezmerstücken, mit denen alles begann, gehören heute auch Stücke vom Balkan, englische Balladen und selbst geschriebene Lieder zum Repertoire. Besungen wird die ganze Bandbreite des Lebens, persönliche Erfahrungen inklusive. So handelt ein Stück aus Hofmanns Feder von dessen Auto, das während eines starken Sturms einen Hang herunter wehte. Das Auto erlitt Totalschaden, aber die Gitarre auf dem Rücksitz blieb heil. Grund genug, ein aufwendig arrangiertes Gitarrenstück zu schreiben, bei dem erst im letzten Teil die anderen Ins-trumente hinzukommen.

Organisiert wurde das Konzert vom Lions-Club Brake. Jürgen Block musste dieses Jahr aber kaum noch Überzeugungsarbeit leisten. Als die Musiker erfuhren, dass sie wieder im großen Saal des Kinos spielen sollen, war der Auftritt gesichert. Die Liebe zu ihrer Musik, zur Location und die Spielfreude übertrugen sich mühelos auf das Publikum. Wie laut Applaus sein kann, bewies das 160-köpfige Publikum nach jedem Lied – und manchmal sogar spontan mittendrin.

Augsburger Allgemeine am 17.04.2014

Jubiläumstour: VallesantaCorde fühlen sich in Zusmarshausen schon zu Hause

Weltmusik für einen guten Zweck

von Anna Klein

ZUSMARSHAUSEN. “Wir fühlen uns mittlerweile zu Hause in Zusmarshausen.” Mit diesen Worten begrüßte Renate Titze vom Quartett VallesantaCorde die Zuhörer des Benefizkonzerts. Am Ende der alljährlichen Deutschlandtournee sei Zusmarshausen immer ein schöner Schlusspunkt, so Titze. In diesem Jahr feiert VallesantaCorde zehnjähriges Bestehen, zum neunten Mal schon spielte die Gruppe in Zusmarshausen. Rund 170 Zuhörer, vom langjährigen Fan bis zum Jugendlichen, hatten sich zum Konzert im Festsaal St. Albert eingefunden. Die Spendeneinnahmen des Konzerts gehen an die Tagespflege der Sozialstation, die damit spezielle Pflegestühle finanziert. Dieses Jahr wurden insgesamt etwa 2220 Euro Spenden gesammelt.
Organisiert hatten das Konzert die Pfarrer Hans und Silvia Strauch von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Zusmarshausen-Adelsried-Dinkelscherben-Welden. Das Ehepaar ist seit Jahren eng mit den Musikern befreundet. Außerdem sind die Konfirmanden der Gemeinde jedes Jahr im Herbst zu Gast auf dem Landgut in der Toskana, wo die Gruppe komponiert und probt. So ist in Zusmarshausen im Laufe der Jahre eine große Fangemeinde entstanden. Jugendliche und Erwachsene können sich gleichermaßen für das vielfältige Programm vom VallesantaCorde begeistern.
Über zwei Stunden lang unterhielt das Quartett sein Publikum mit einer anregenden Mischung von Klezmer-Swing bis hin zu kubanischen Rhythmen. Verschiedene musikalische Experimente reichten heuer von orientalischen Klängen aus der Türkei bis hin zu einem Gitarrenstück, das einem geschrotteten BMW gewidmet war. Das ganze Konzert war geprägt vom typischen VallesantaCorde-Sound: melancholische Zigeunermelodien, tragischer bis beschwingter Klezmer sowie federleichter Swing. Andreas Bühler faszinierte an den Percussions mit furiosen Soli, während Andreas Petermann an der Geige virtuos seine Präzision und Spielfreude bewies. Gitarrist Hagen Hofmann, der gleichzeitig Komponist vieler Stücke ist, erweckte mit seiner Gitarre melancholische Sehnsüchte. Selbst nach einem zweistündigen Konzert hatten die Zuschauer von dem Quartett noch nicht genug und forderten eine Zugabe.

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Badische Zeitung am 10.04.2014

Ein Reisekoffer voll Musik

Vallesanta Corde im “Adler”.

GUTACH. “Genau das hatte ich heute gebraucht!”, so der Kommentar einer begeisterten Konzertbesucherin nach dem großartigen Auftritt der Gruppe Vallesanta Corde im Gutacher “Adler”-Saal.

Seit zehn Jahren spielt die in den toskanischen Bergen beheimatete Gruppe ihre Mischung aus folkloristischen, kammermusikalischen und traditionellen Kompositionen.

Renate Titze, die, neben der eindrucksvollen Handhabung ihres Kontrabasses, mit unterhaltsamen und teils haarsträubenden Geschichten (unter anderem vom abgeschnittenen Zupffinger und dem abgestürzten Bandauto) durchs Programm führte, sorgte auch zwischen den Musikstücken für Spannung.

“Der Reisekoffer” habe sich seit der Gründung von Vallesanta Corde immer weiter gefüllt. So lag die Schlussfolgerung, zum Jubiläum neben neuen Songs, auch beinahe vergessene Perlen wieder hervorzuholen, nahe. Das Publikum bestätigte dies mit begeistertem Applaus.

Gipsy-Swing, Tango, irische Tänze, Klezmer, syrische Suite, westafrikanische Lieder und Musik von Vivaldi nahmen die Zuhörer mit auf eine geographische sowie zeitliche Reise rund um den Globus. Die besondere Mischung aus Geige, Kontrabass, Konzertgitarre, Mandoline und Perkussion bildete den roten Faden, der – so unterschiedlich die Herkunft dieser Musik sein mag – den Abend zu einem Klangerlebnis aus einem Guss werden ließ.

Besondere Begeisterung riefen die Kompositionen von Gitarrist, Komponist und Arrangeur Hagen Hofmann hervor, obwohl selbst sein melancholisch-verträumter “Tango Novembre” die Frühlingslaune nicht zu vertreiben vermochte. Als Andreas Petermann zum Finale seine virtuose Interpretation des ungarischen Csardas in halsbrecherischem Tempo auf seiner Geige zum Besten gab, jubelt das Publikum.

Wie aus sicherer Bandquelle verlautete, werden die Soli von Andreas Bühler immer mit brausendem Applaus bedacht, aber hier, in seiner ehemaligen Heimat, wollte der Beifall schier nicht enden. Um sich herum eine Burg aus Schlaginstrumenten, auf denen er in atemberaubender Geschwindigkeit metallische, holzige und warme Trommelklänge hervorzaubert, die Geschichten erzählen und Witz haben, wie die Lacher im Publikum immer wieder bestätigen.

Fazit: Vallesanta Corde-Musik macht Spaß und genau nach diesem Kriterium gestalten die vier Musiker ihre Stückeauswahl.

Das Konzert war Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe “Adleria”, die dem “Adler”-Saal mit musikalischen, künstlerischen und auch privaten Events aller Art wieder mehr Leben einhauchen wird.

Die grenzenlose Spielfreude und das große musikalische Können honorieren die rund 120 Besucher mit Jubel und anerkennenden Pfiffen.

Südhessen Morgen, November 2013

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Zwischenspiel in Süddeutschland

20.11.2013

Um mit dem Einzug der kälteren Tage nicht in Trübsinn zu verfallen, haben wir uns für zwei sehr schöne Konzerte in den herbstlichen Süden begeben. Zugegeben, es war der Süden Deutschlands, aber warm ist uns trotzdem geworden!

Hier gibt’s Einblick in Presse-Echo:

Südhessen Morgen am 09.11.2013

Musiker-Initiative: Band VallesantaCorde heizt im Alten Kino ein

Stillstehen fällt schwer

Lampertheim. Fast ausschließlich fröhliche Töne entspringen ihren Musikinstrumenten. Und deshalb wird die Musik der vierköpfigen Formation VallesantaCorde von den Besuchern im Lampertheimer Alten Kino der Gute-Laune-Musik zugeordnet. Stillstehen ist bei dieser feurigen Musik kaum möglich. Schon bald bewegen sich die Fans der Balkan-Musik im Rhythmus. Schließlich heißt ein Lied “Euer Herz muss tanzen”.

Ein türkisches Musikstück ist mit Flamenco-Rhythmen durchzogen. Die fahren den Zuschauern in die Beine. Jeder einzelne Instrumentalist ist ein Meister seines Fachs. Vor allem überzeugen die Tonkünstler mit Virtuosität und einem leuchtenden Klang. Nur wenige Balladen werden mit traurigen Tönen versetzt. Aber in der “Zigeunerballade” jammert Andreas Petermann mit seiner Geige. Beschrieben werden die Lebensgefühle der Menschen, von Mazedonien bis Irland.

Klassische Ausbildung

Auch ist die klassische Ausbildung der Musiker herauszuhören. Andreas Petermann wird als Geigenvirtuose gefeiert. Den hellen Klang stoppt ab und zu Bassistin Renate Titze mit tiefen Tönen und bringt dadurch eine kurze Unterbrechung in den unbeschwerten Verlauf des Musikstückes. Lässig dreht sie dann den Kontrabass um seine eigene Achse. Die muntere Truppe arrangiert die volkstümliche Musik neu, erklärt Gitarrist Hagen Hofmann. Auch er leistet Schwerstarbeit. Die grenzenlose Spielfreude und das große musikalische Können honorieren die rund 120 Besucher mit Jubel und anerkennenden Pfiffen.

“Allein Ihre Anreise verdient einen kräftigen Applaus”, bekräftigt Bernd Rasemann, der Projektbeauftragte der Musiker-Initiative Lampertheim (MIL). Denn eine Strecke Fahrt bedeute für die Musiker aus der Toskana 1000 Kilometer. Nur Percussionist Andreas Bühler ist aus Berlin angereist. Der musikalische Allrounder versetzt die Fans in Erstaunen. Zum Bedienen seines Drumsets holt er immer wieder neue Hilfsmittel hervor. Sogar eine Mandoline zaubert er aus seinem Instrumentenlager hervor.

“Für uns ist Lampertheim nicht neu”, erklärt Renate Titze. Die Gruppe habe vor sieben Jahren schon einmal in der Spargelstadt gespielt und im Tonstudio von Bernd Rasemann ihre zweite CD aufgenommen. Bei “Vagabondo” vereinen sich nun unterschiedliche Taktarten und beim Hören von “Lausbub” kann man diesen regelrecht herumspringen und Streiche aushecken sehen. Die Musiker reagieren sensibel aufeinander, bevor sie sich in einem temperamentvollen Schlussspiel zusammenfinden.

Lampertheimer Zeitung am 09.11.2013

Anreise hat sich gelohnt

MUSIKKULTUR Quartett „Vallesanta Corde“ begeistert Publikum mit stimmungsvollen Rhythmen

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Über 2 200 Kilometer waren sie gereist, nur um den Besuchern im „Alten Kino“ am Donnerstagabend ein musikalisches Programm der ganz besonderen Art zu bieten: Renate Titze (Kontrabass), Andreas Petermann (Geige), Hagen Hofmann (Gitarre) und Andreas Bühler (Percussion) kommen aus der Toskana und bilden gemeinsam das Quartett „Vallesanta Corde“, das im Rahmen von „Musikkultur im Alten Kino“ sein abwechslungsreiches Repertoire auch in Lampertheim präsentierte und bewies, dass sich die Reise auf jeden Fall gelohnt hatte.

„Allein schon für die lange Anreise haben die Musiker eigentlich bereits einen Applaus verdient“, betonte Bernd Rasemann von der Musiker-Initiative (MIL), als er die Gäste begrüßte. Gemeinsam mit Barbara Boll war er es auch gewesen, der überhaupt erst den Kontakt zu der Band hergestellt und den Auftritt der Band so im Vorfeld ermöglicht hatte.

„Balkan-Grooves, Klezmer und Tango Nuevo“ lautete es in der Ankündigung zur Veranstaltung – was es damit genau auf sich hatte, davon konnten sich die zahlreichen Besucher vor Ort ein Bild machen. Mit osteuropäischen Stücken, feuriger, emotionaler und traditioneller Musik begeisterten die vier Künstler die Gäste, von denen es zu den fetzigen Rhythmen und anspruchsvollen Instrumentaleinlagen kaum einen auf den Plätzen hielt.

Klezmer, tanzbare Polka-Rhythmen mit eingängigen Melodien, die mit aus Osteuropa stammenden speziellen Tonskalen gebildet werden, sorgten für eine lebhafte und fröhliche Atmosphäre, während Stücke des Tango Nuevo, eine anspruchsvolle und moderne Art des argentinischen Tangos, durch komplexe Kompositionen und melancholische Klangbilder eher zum Innehalten luden. Unter Balkan-Grooves fassten die Musiker wiederum Stücke mit besonders kraftvollen und traditionellen Elementen der Musik aus Bulgarien, Mazedonien oder Rumänien zusammen. Aber auch sogenannte „Zigeunerballaden“ oder türkische Stücke mit Flamenco-Elementen bereicherten das Programm, das die Besucher zum Tanzen animierte.

„Eigentlich ist uns Lampertheim ja durchaus bekannt, denn wir sind bereits vor sieben Jahren einmal hier aufgetreten und im damaligen Tonstudio von Bernd Rasemann haben wir auch unsere zweite CD eingespielt“, erklärte Titze, während sie die unterschiedlichen Stücke ankündigte.

Neben dem üblichen Repertoire wagten die Musiker allerdings auch Neues, so beispielsweise mit dem syrischen Lied „Vagabondo“, in dem sich entsprechend des Titels verschiedene Taktarten „herumtrieben“, so dass sowohl Musiker als auch Zuhörer gefordert waren.

Zur Begeisterung des Publikums trug unterdessen auch die Leichtigkeit bei, mit der jeder Einzelne des Quartetts sein jeweiliges Instrument zu beherrschen schien und so ernteten die Künstler schon mal Sonderapplaus, wenn ein Schlagzeug-Solo kurzerhand mit den bloßen Händen gespielt wurde. Die Lust und Begeisterung der Musiker, alles aus ihren Instrumenten herausholen zu wollen, schwappte auf die Besucher über, die den Auftritt daher mit großem Applaus belohnten.

Die Lust und Begeisterung der Musiker, alles aus ihren Instrumenten herausholen zu wollen, schwappte auf die Besucher über, die den Auftritt daher mit großem Applaus belohnten.

Lampertheimer Zeitung,  November 2013

Was für eine Tour!

1.5.2013

2013 war für uns bisher wirklich ein tolles Jahr. Nette Menschen, schöne Musik und gutes Essen – was will man mehr? Auf unserer Frühjahrs-Tour quer durch Deutschland gab es wieder allerlei Neuentdeckungen und natürlich einige alte liebgewonnene Spielorte, die uns durch die Bank volle Häuser und dankbares Publikum bescherten.
Vielen Dank an alle, die uns so sehr unterstützen und es möglich machen, dass wir unsere Musik spielen dürfen!

Hier ein paar Auszüge aus den Zeitungsartikeln, die uns während der Tour verfolgt haben!

NWZ Brake am 20.04.2013

Von der Toskana aus in die ganze Welt

Tango, Klezmer, irische Traditionals: Diese Musiker können alles

Das Quartett VallesantaCorde musizierte vor gut 150 Zuhörern; die dankten mit „Standing Ovations“.  Bild: Claus Hock

BRAKE. „Balkan-Grooves“, Klezmer, irische Traditionals, Musik der Sinti und Roma, Tango und andere Ausflüge in die Weltmusik: Normalerweise würde man bei so einer Aufzählung mehrere Bands erwarten, aber VallesantaCorde vereinen all diese Stilrichtungen mühelos in einem Konzert. Vallesanta bedeutet „heiliges Tal“ und spielt auf die Wahlheimat der Musiker in der Toskana an, während Corde einfach Saiteninstrument bedeutet. Passend ist der Name, spielt doch selbst der Percussionist zwischendurch Mandoline.

Eingeleitet wird das Konzert durch eine kurze Begrüßung des Lions Club Präsidenten Gerd Munderloh, der vor allem den Einsatz von Jürgen Block lobt – ohne ihn wäre das Konzert von VallesantaCorde wohl nicht zustande gekommen. Die vier Musiker Hagen Hofmann (Gitarre),Andreas Petermann (Geige), Renate Titze (Kontrabass) und Andreas Bühler (Percussion) verpassen zwar ihr Stichwort, um auf die Bühne zu gehen, aber das bleibt auch der einzige Fehler des Abends.

Das Quartett besteht aus begeisterten und erfahrenen Musikern, das merkt man schon nach kurzer Zeit: Schnelle Taktwechsel meistern sie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Selbst Stücke wie das syrische „Vagabondo“ fliegen förmlich von den Saiten und den zahllosen Percussion-Instrumenten.

Die Musiker spielen virtuos, wenn es die Musik verlangt, kreativ, wenn es das Arrangement von Hofmann zulässt, aber vor allem erstklassig. Gitarre, Percussion, Geige und Kontrabass harmonieren perfekt miteinander, scheinen sich manchmal gegenseitig zu jagen, mal gegenseitig zu unterbrechen und zu kontrastieren, nur um dann wieder zueinander zu finden.

Die Begeisterung und Virtuosität überträgt sich ohne Umwege. Gerade bei den Klezmerstücken wie „Ele Chamda Libi“ (Euer Herz möge tanzen) möchte man spontan aufspringen. Aber auch die türkischen Melodien, die Zigeunerballaden und die anderen Lieder aus allen Teilen der Welt lassen die gut 150 Zuhörer im Central-Theater nicht kalt. Mit jedem Lied wird der Applaus stärker. Die Stimmung ist fröhlich und entspannt. Nach zweieinhalb Stunden, mehreren Zugaben und „Standing Ovations“ geht der Abend zu Ende. Das begeisterte Publikum hätte liebend gerne noch stundenlang zugehört.

Mittelbayerische am 29.04.2013

Vier Vagabunden auf großer Reise

Das Quartett VallesantaCorde zeigte mit einem rasanten Auftritt, warum es mittlerweile zum festen Bestandteil des Literarischen Frühlings wurde.

Das Finale bei VallesantaCorde (v.l.): Geiger Andreas Petermann, Bassistin Renate Titze, Perkussionist Andreas Bühler und Gitarrist Hagen Hofman Foto: Pablo Heidenreich

Das Finale bei VallesantaCorde (v.l.): Geiger Andreas Petermann, Bassistin Renate Titze, Perkussionist Andreas Bühler und Gitarrist Hagen Hofman. Foto: Pablo Heidenreich

REGENSBURG. In den düsteren und grauen Winternächten entsteht das Programm des Quartetts VallesantaCorde. In dieser Jahreszeit gibt es wenig auf ihrem Bauernhof mit Musikschule in der Toskana zu tun, und so haben sie Zeit, um neue Stücke zu komponieren, daran zu feilen und einzuüben. Doch nach Winter klingen die vier ganz und gar nicht, und so passen ihre rasanten Balkanbeats sehr gut in das Programm von Dombrowskys Literarischem Frühling.

In den warmen Monaten geht das Quartett dann auf Tour, um Konzerte in ganz Deutschland zu geben. So brachte VallesantaCorde sein Programm mit in den kerzenbeleuchteten Saal des Leeren Beutels in Regensburg. Die vier Musiker, Andreas Petermann (Geige), Andi Bühler (Perkussion), Renate Titze (Kontrabass) und Hagen Hofmann (Gitarre), starten mit schnellem Klezmer und auch danach behalten sie ihr hohes Tempo bei. Andere Stücke hingegen sind vom irischen Folk inspiriert oder der Ursprung liegt in den Regionen des Balkans.

Einem ihrer Stücke verliehen die Musiker den Titel „Vagabondo“, weil das Quartett darin durch Takte wandert wie ein Reisender durch die Welt. Doch ließe sich das auch über die meisten anderen Stücke sagen, denn fast alle bewegen sich immer wieder zwischen langsam und rasant.

Viele Stücke werden zudem durch Soli von Petermann mit seiner Geige oder Bühler an den Percussion noch spektakulärer. Doch auch Hofmann trägt seinen Teil als individueller Musiker bei und beteiligt sich an dem Quartett durch Kompositionen. Renate Titze hält sich mit ihrem Kontrabass während der Stücke eher etwas zurück, doch in den kurzen Unterbrechungen unterhält sie den Zuhörer durch Anekdoten aus dem Bandleben. So erfahren die Anwesenden, dass sich die Frage auf die Musikrichtung von VallesantaCorde als „alles was uns als Musiker Spaß macht“ festlegen lässt.

Nach der Pause begann die Gruppe etwas ruhiger und spielte stimmungsvolle Balladen, die sehr gut in das Ambiente des Leeren Beutels passte. Schon wenige Lieder später wurde das Quartett wieder schwungvoller und steigerte sich im Tempo noch im Vergleich zu vor der Pause.

Die Vivaldi-Interpretationen der vier Instrumentalisten heizte die Stimmung im Saal an und hielt das hohe Niveau bis zum Ende, bis zum großen Finale, als VallesantaCorde gemeinsam auf dem Kontrabass musizierten. Das Publikum bewegte sich dabei teilweise so stark mit der Musik mit, dass die Bestuhlung fast überflüssig gewesen wäre.

Bald geht es weiter!

Natürlich müssen wir uns alle erstmal um unsere jeweiligen Aufgaben kümmern! Hagen gibt Kurse und vollendet sein neustes Gitarren-Lehrbuch, Andreas versucht Italien vor dem Untergang zu bewahren, Renate bestellt die Felder und bekocht die hungrigen Gäste und Andi steigert die Schwerhörigen-Rate in der Hauptstadt.

VallesantaCorde sind erst im Juli wieder komplett und dann geht es nach Passau zu den Europäischen Festspielen.

Leinezeitung April 2013

VallesantaCorde sorgen für Jubelstürme und Hitzewallungen

HAVELSE.  Mittwochabend, 20:30 Uhr: 25 Grad Celsius im Kalle. Liegt es an der Sonne, die den kleinen Saal tagsüber erwärmt hat? Oder an den gut 100 Menschen, die sich dort drängen? Nein, es liegt vor allem an VallesantaCorde. Denn die sorgen mit ihrer Mischung aus Balkan-Musik, Tango und Klezmer für kräftige Hitzewallungen.
Die Band spielt meist mit hohem Tempo, mal mit gediegener Langsamkeit, aber immer mit großer Intensität. Bereits nach dem ersten Lied: großer, kräftiger Applaus. Spätestens nach dem dritten Lied brechen die ersten Zuhörer in Jubel aus…
Die Musiker sprühen nur so vor Spielfreude…

Wie Renate Titze bei der Begrüßung versprochen hatte, verband alle dargebotenen Lieder eins: Sie berührten das Herz.

Badische Zeitung, März 2011