Pressestimmen von der Jubiläumstour

10.4.2014
NWZ Online am 10.04.2014

Große Spielfreude wirkt ansteckend

„Vallesanta Corde“ begeistern im Central-Theater 160 Zuhörer

 Hier sind Vollblut-Musiker am Werk. Die Mitglieder von „Vallesanta Corde“ beherrschen ihre Instrumente perfekt und verstehen sich auch auf mehrstimmigen Gesang.  Bild: Claus Hock

Hier sind Vollblut-Musiker am Werk. Die Mitglieder von „Vallesanta Corde“ beherrschen ihre Instrumente perfekt und verstehen sich auch auf mehrstimmigen Gesang.
Bild: Claus Hock

Brake Wenn sich während des Auftritts die Befestigungen der Instrumente lösen, dann gibt es in der Regel eine kurze Spielpause, bis alles wieder sitzt. Nicht so am Wochenende im Central-Theater: Als eine Trommel des Schlagzeugs plötzlich schräg und unbespielbar in der Halterung hängt, lässt sich Andreas Bühler nicht beirren. Kurzerhand wird das Schlagzeug-Solo etwas variiert und die Trommel wieder vernünftig befestigt. Profis lassen sich halt durch nichts aus der Ruhe bringen.

Und Profis, das sind Bühler sowie Hagen Hofmann (Gitarre), Andreas Petermann (Geige) und Renate Titze (Kontrabass) von „Vallesanta Corde“ von der Zehenspitze bis zum Scheitel. Schon 2013 begeisterte das Quartett die Zuschauer im Central, und auch diesmal standen die Vollblut-Musiker den Erwartungen in nichts nach. Musikalisch präsentierte die Gruppe einen Querschnitt durch ihre bisherige Karriere. Auch Stücke von der neuen CD, die bald produziert wird, konnte das Publikum genießen.

Während „Vallesanta Corde“ bei Liedern wie „Go Crystal Tears“ – einer Ballade von John Dowland – bewies, dass sie sich auch auf zwei- bis vierstimmigen Gesang verstehen, brillierte die Gruppe bei jedem Lied durch die Beherrschung der Instrumente. Das Zusammenspiel war perfekt und die Spielfreude in jeder Note spürbar, auch schwierige Passagen wirkten federleicht.

Seit mehr als zehn Jahren machen Titze und Petermann zusammen Musik. Während Titze zu Anfang noch Gitarre spielte, wechselte sie nach dem ersten „Glücksfall“, Hagen Hofmann, an den Kontrabass. „Und dann kam der zweite Glücksfall zu uns: Andreas Bühler“. Seitdem spielt das Quartett in seiner jetzigen Besetzung und hat das Repertoire kräftig ausgebaut.

Neben den Klezmerstücken, mit denen alles begann, gehören heute auch Stücke vom Balkan, englische Balladen und selbst geschriebene Lieder zum Repertoire. Besungen wird die ganze Bandbreite des Lebens, persönliche Erfahrungen inklusive. So handelt ein Stück aus Hofmanns Feder von dessen Auto, das während eines starken Sturms einen Hang herunter wehte. Das Auto erlitt Totalschaden, aber die Gitarre auf dem Rücksitz blieb heil. Grund genug, ein aufwendig arrangiertes Gitarrenstück zu schreiben, bei dem erst im letzten Teil die anderen Ins-trumente hinzukommen.

Organisiert wurde das Konzert vom Lions-Club Brake. Jürgen Block musste dieses Jahr aber kaum noch Überzeugungsarbeit leisten. Als die Musiker erfuhren, dass sie wieder im großen Saal des Kinos spielen sollen, war der Auftritt gesichert. Die Liebe zu ihrer Musik, zur Location und die Spielfreude übertrugen sich mühelos auf das Publikum. Wie laut Applaus sein kann, bewies das 160-köpfige Publikum nach jedem Lied – und manchmal sogar spontan mittendrin.

Augsburger Allgemeine am 17.04.2014

Jubiläumstour: VallesantaCorde fühlen sich in Zusmarshausen schon zu Hause

Weltmusik für einen guten Zweck

von Anna Klein

ZUSMARSHAUSEN. “Wir fühlen uns mittlerweile zu Hause in Zusmarshausen.” Mit diesen Worten begrüßte Renate Titze vom Quartett VallesantaCorde die Zuhörer des Benefizkonzerts. Am Ende der alljährlichen Deutschlandtournee sei Zusmarshausen immer ein schöner Schlusspunkt, so Titze. In diesem Jahr feiert VallesantaCorde zehnjähriges Bestehen, zum neunten Mal schon spielte die Gruppe in Zusmarshausen. Rund 170 Zuhörer, vom langjährigen Fan bis zum Jugendlichen, hatten sich zum Konzert im Festsaal St. Albert eingefunden. Die Spendeneinnahmen des Konzerts gehen an die Tagespflege der Sozialstation, die damit spezielle Pflegestühle finanziert. Dieses Jahr wurden insgesamt etwa 2220 Euro Spenden gesammelt.
Organisiert hatten das Konzert die Pfarrer Hans und Silvia Strauch von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Zusmarshausen-Adelsried-Dinkelscherben-Welden. Das Ehepaar ist seit Jahren eng mit den Musikern befreundet. Außerdem sind die Konfirmanden der Gemeinde jedes Jahr im Herbst zu Gast auf dem Landgut in der Toskana, wo die Gruppe komponiert und probt. So ist in Zusmarshausen im Laufe der Jahre eine große Fangemeinde entstanden. Jugendliche und Erwachsene können sich gleichermaßen für das vielfältige Programm vom VallesantaCorde begeistern.
Über zwei Stunden lang unterhielt das Quartett sein Publikum mit einer anregenden Mischung von Klezmer-Swing bis hin zu kubanischen Rhythmen. Verschiedene musikalische Experimente reichten heuer von orientalischen Klängen aus der Türkei bis hin zu einem Gitarrenstück, das einem geschrotteten BMW gewidmet war. Das ganze Konzert war geprägt vom typischen VallesantaCorde-Sound: melancholische Zigeunermelodien, tragischer bis beschwingter Klezmer sowie federleichter Swing. Andreas Bühler faszinierte an den Percussions mit furiosen Soli, während Andreas Petermann an der Geige virtuos seine Präzision und Spielfreude bewies. Gitarrist Hagen Hofmann, der gleichzeitig Komponist vieler Stücke ist, erweckte mit seiner Gitarre melancholische Sehnsüchte. Selbst nach einem zweistündigen Konzert hatten die Zuschauer von dem Quartett noch nicht genug und forderten eine Zugabe.

2014-04-17---az---VallesantaCorde-Konzertbericht

Badische Zeitung am 10.04.2014

Ein Reisekoffer voll Musik

Vallesanta Corde im “Adler”.

GUTACH. “Genau das hatte ich heute gebraucht!”, so der Kommentar einer begeisterten Konzertbesucherin nach dem großartigen Auftritt der Gruppe Vallesanta Corde im Gutacher “Adler”-Saal.

Seit zehn Jahren spielt die in den toskanischen Bergen beheimatete Gruppe ihre Mischung aus folkloristischen, kammermusikalischen und traditionellen Kompositionen.

Renate Titze, die, neben der eindrucksvollen Handhabung ihres Kontrabasses, mit unterhaltsamen und teils haarsträubenden Geschichten (unter anderem vom abgeschnittenen Zupffinger und dem abgestürzten Bandauto) durchs Programm führte, sorgte auch zwischen den Musikstücken für Spannung.

“Der Reisekoffer” habe sich seit der Gründung von Vallesanta Corde immer weiter gefüllt. So lag die Schlussfolgerung, zum Jubiläum neben neuen Songs, auch beinahe vergessene Perlen wieder hervorzuholen, nahe. Das Publikum bestätigte dies mit begeistertem Applaus.

Gipsy-Swing, Tango, irische Tänze, Klezmer, syrische Suite, westafrikanische Lieder und Musik von Vivaldi nahmen die Zuhörer mit auf eine geographische sowie zeitliche Reise rund um den Globus. Die besondere Mischung aus Geige, Kontrabass, Konzertgitarre, Mandoline und Perkussion bildete den roten Faden, der – so unterschiedlich die Herkunft dieser Musik sein mag – den Abend zu einem Klangerlebnis aus einem Guss werden ließ.

Besondere Begeisterung riefen die Kompositionen von Gitarrist, Komponist und Arrangeur Hagen Hofmann hervor, obwohl selbst sein melancholisch-verträumter “Tango Novembre” die Frühlingslaune nicht zu vertreiben vermochte. Als Andreas Petermann zum Finale seine virtuose Interpretation des ungarischen Csardas in halsbrecherischem Tempo auf seiner Geige zum Besten gab, jubelt das Publikum.

Wie aus sicherer Bandquelle verlautete, werden die Soli von Andreas Bühler immer mit brausendem Applaus bedacht, aber hier, in seiner ehemaligen Heimat, wollte der Beifall schier nicht enden. Um sich herum eine Burg aus Schlaginstrumenten, auf denen er in atemberaubender Geschwindigkeit metallische, holzige und warme Trommelklänge hervorzaubert, die Geschichten erzählen und Witz haben, wie die Lacher im Publikum immer wieder bestätigen.

Fazit: Vallesanta Corde-Musik macht Spaß und genau nach diesem Kriterium gestalten die vier Musiker ihre Stückeauswahl.

Das Konzert war Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe “Adleria”, die dem “Adler”-Saal mit musikalischen, künstlerischen und auch privaten Events aller Art wieder mehr Leben einhauchen wird.